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Der Begriff Keilwirbel (
Halbwirbel) besagt, dass ein Wirbel von der
normalen Form abweicht. Ein gesunder Wirbel
hat in der seitlichen Ansicht einer
Röntgenaufnahme einen annähernd rechteckigen
Querschnitt. Die Vorder- und die Hinterkante
sind gleich hoch, Grund- und Deckplatte
gerade. Wird die Vorderkante deutlich
niedriger als die Hinterkante, nennt man das
einen Keilwirbel.
In einer bestimmten Entwicklungsphase
besteht eine Anlage der Wirbelkörper aus
einer rechten und einer linken Hälfte. In
der weiteren Entwicklung kann die
Verknöcherung einer dieser Hälften
ausbleiben oder unvollständig sein. Die
knorpelige Hälfte ist weniger stabil.
Dadurch kommt es zu einer Knickung der
Wirbelsäule und zu einer keilförmigen
Deformation der anderen Hälfte. Dies nennt
man seitlichen Halbwirbeln
(Keilwirbeln). Ein zweiter Grund warum diese
entstehen können ist, wenn die Segmentverschiebung zur
Bildung der endgültigen Wirbel in der
rechten und linken Hälfte der Wirbelsäule
nicht gleichmäßig erfolgt. Die Wirbelhälften
haben beide einen oberen und einen unteren
Verknöcherungskern. Liegen bereits die
beschriebenen Störungen der Verknöcherung
vor, kann es zur Bildung oberer bzw. unterer
Halbwirbel kommen, die sich ebenfalls
keilförmig verformen können.
Keilwirbel gehören zu den pathologischen
(krankhaften) Veränderungen von einem oder
mehreren Wirbeln der Wirbelsäule.
Es handelt sich um eine Deformation des
eigentlich viereckigen Wirbelkörpers, der
nun eine dreieckige Form zeigt.
Es ist davon auszugehen, dass der French
Bulldogg aufgrund seiner Züchtung auf
geringe Größe, kurze Rückenlänge und des
komprimierten Körpers (multo in parvum -
viel Masse in geringer Größe) durch die
damit verbundene Stauchung der Wirbelsäule
und des gesamten Körpers, vom Fang bis zur
Rute, zu dieser Deformation neigt.
Diese Missbildungen der Wirbelkörper
verursachen Stenosen (Verengungen) im
Wirbelkanal, begünstigen progressive
(fortschreitende) Deformation und
Instabilität der Wirbel mit degenerativen
Bandscheibenveränderungen.
Darüber hinaus können auch an den
Nervenwurzeln, den Spinalnerven oder dem
Rückenmark Missbildungen und Quetschungen
auftreten, bis hin zur Durchtrennung des
Rückenmarkes.
siehe Bild, ausgebildeter Keilwirbel hat
das Rückenmark durchtrennt.

Durch Kompressionen des Rückenmarkes,
Nervengewebes oder der Blutgefäße in diesen,
für alle Bewegungabläufe wichtigen Bereichen
des Körpers kommt es zu folgenden Symptomen:
Die umfangreichen pathologischen
Veränderungen können mit diversen
neurologischen Ausfallerscheinungen
verbunden sein.
Je nach Ausprägung und Schweregrad kann der
betroffene Hund unter leichten
Bewegungsanomalien leiden oder
schlimmstenfalls Lähmungserscheinungen bis
hin zur völligen Bewegungsunfähigkeit
zeigen.
Diese erbliche Erkrankung, deren Erbgang
noch nicht genau entschlüsselt ist, sollte
und muss züchterisch bekämpft werden.
Eine Vermehrung des Keilwirbelbestandes
innerhalb der Rassepopulation sollte
weitestgehend vermieden werden, indem stark
von Deformationen betroffene Hunde gar nicht
erst in die Zucht gelangen.
Prädisposition: Französische Bulldoggen,
Englische Bulldoggen, Pekinesen, Boston
Terrier, und andere brachyzephalen
Rassen.
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