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Was ist ein Lebershunt ?
Ein Lebershunt (portosystemischer Shunt)
ist ein Blutgefäß, das Blut um die Leber
herum transportiert, anstatt hindurch. Es
verbindet die Pfortader mit der großen
Körpervene, die zum Herzen läuft (vena cava).
Bei einigen Tieren ist ein Lebershunt ein
Geburtsfehler (congenitaler
portosystemischer Shunt). In anderen, bilden
sich viele kleine Shunts, dessen Ursache in
verschiedenen Lebererkrankungen wie zB.
Cirrhose liegt. Portosystemische Shunts
werden weiter unterteilt nach ihrer Lage (intrahepatisch
/ extrahepatisch) und nach ihrer Anzahl, (single
/ multiple). Intrahepatische Shunts liegen
innerhalb der Leber, extrahepatische
außerhalb der Leber.
Um die Abweichung portosystemischer Shunt
(PSS) zu begreifen, ist es wichtig, dass man
weiß, wie die Situation bei einem gesunden
Hund ist. All das Blut, das aus dem Magen,
dem Darm und anderen inneren Organen kommt,
sammelt sich in der Pfortader, die in die
Leber mündet. Mit dem Blut werden alle
Stoffe die im Darm aufgenommen wurden zur
Leber transportiert. Neben notwendigen
Nährstoffen werden aus dem Darm auch äußerst
giftige Stoffe in das Blut aufgenommen. Die
Leber hat zur Aufgabe die giftigen Stoffe
aus dem Pfortaderblut zu filtern, so dass
diese nicht in den Körper gelangen können.
Einer dieser giftigen Stoffe ist Ammoniak.
Warum treten angeborene (congenitale)
Shunts auf ?
Jeder Säugetier Fetus hat einen großen
Shunt (ductus venosus) durch den das Blut
schnell durch die fetale Leber zum Herzen
transportiert wird. Da die mütterliche Leber
die Aufgabe des Herausfilterns von Toxinen,
Speicherung von Zucker, Herstellung von
Protein für die ungeborenen Babys übernimmt,
wird die Leberfunktion im Fetus nicht
benötigt. Die ductus venosus schließt sich
normalerweise kurz vor oder nach der Geburt,
wenn die Leber des Babys anfängt zu
arbeiten. Bei einigen Individuen schließt
sich dieser Shunt nicht. Man nennt das
persistierender Ductus Venosus oder einen
intrahepatischen Shunt. In anderen Tieren,
entwickelt sich ein Blutgefäß außerhalb der
Leber abnormal und bleibt offen, nachdem der
Ductus Venosus geschlossen ist. Das nennt
man congenitaler extrahepatischer Shunt.
Warum haben Tiere mit einem Shunt
Probleme ?
Bei einem gesunden Tier, werden Nahrung
und andere aufgenommene Stoffe aufgespalten
oder im Darm verdaut und in den portalen
Blutkreislauf absorbiert, wo sie zur Leber
transportiert werden. Die Leber speichert
einen Teil der “Nahrung” für Energie,
wandelt einiges in sichere chemische
Verbindungen um, und verwendet einiges um
Protein und andere Substanzen herzustellen.
Da das Blut, bei Hunden mit einem Shunt
größtenteils an der Leber vorbeifließt,
können sich Toxine im Blut oder den Nieren
bilden. Ein Tier mit so einem angeborenen
Shunt wird dadurch langsam vergiftet. Hinzu
kommt, dass die Leber nicht gut arbeitet, da
viel weniger Blut als normal in der Leber
ankommt. Zusätzlich fehlen dem Tier
notwendige Stoffe um ihm eine fertige
Energiequelle zu liefern und ihm beim
Wachsen zu helfen.
Was sind die Symptome von einem
Lebershunt ?
Die Symptome von einem portosystemischen
Shunt können bereits in sehr jungem Alter
auftreten, aber es kann auch bis zu
eineinhalb Jahren dauern bis Symptome
gezeigt werden. Daher kann ein Züchter bei
einem Wurf mit Welpen im Alter von 9 Wochen
nicht sicher sein, ob einer der Welpen einen
Shunt hat. Ein gut ausgeführter Ammoniak
Test ist die beste Möglichkeit um Sicherheit
zu bekommen.
Nicht immer sind die Symptome von einem
Shunt gleich und ein Hund muß auch nicht
alle Symptome zeigen.
Möglichen Symptome :
ruhiges Verhalten
schnell müde werden
träge sein
viel trinken und viel urinieren
verzögertes Wachstum, Zurückbleiben
schwache Muskelentwicklung
Erbrechen , manchmal auch Durchfall
Blasenentzündung, pressen beim Urin
absetzten, Uratsteine
Abnormale Verhaltensweisen und “Gehirn”
Symptome
Gehirnsymptome können sein : speicheln,
unbeholfen trinken, schwer schlucken, wie
betrunken laufen, umfallen, zwangartige
Bewegungen machen (so wie im Kreis laufen,
durch die Wand laufen wollen),
orientierungslos sein, unempfänglich sein,
Kopf pressen, scheinbar blind sein, schlecht
auf äußere Einflüsse reagieren, Anfälle,
plötzlich einschlafen.
Die Symptome sind oft wechselnd stark
ausgeprägt. Ein Hund kann an einem Tag
völlig normal sein, und am nächsten Tag geht
es ihm schlecht. Oft ist ein Hund vor allem
in den ersten Stunden nach einer Mahlzeit
krank. Manche Hunde werden erst
diagnostiziert, wenn sie eine ungewöhnliche
lange Erholungszeit nach Narkose oder
Beruhigungsmitteln benötigen. Einige Tiere
zeigen keine Symptome bis sie älter sind,
und entwickeln dann Blasen- und
Nieren-Infektionen und Harnsteine.
Welche Rassen sind gewöhnlich von Shunts
betroffen ?
Hunde kleiner Rassen neigen zu Shunts
außerhalb der Leber (extrahepatisch).
Extrahepatische Shunts können bei allen
kleinen Rassen auftreten aber gewöhnlich
wird dies von Schnauzer, Yorkshire Terrier,
Cairn Terriern, Malteser, Dackel, Jack
Russel Terrier, Shih Tzu, Lasha Apso, und
Pudel berichtet. Hunde großer Rassen neigen
zu der fetalen Shuntform (persistirender
Ductus Venosus) oder intrahepatische Shunts.
Intrahepatische Shunts können bei allen
Hunden großer Rassen auftreten, und werden
auch von einigen kleinen Rassen berichtet
(besonders Pudel). Am häufigsten sieht man
diese Shunt Art bei Irish Wolfhounds,
Labrador Retriever, Australien Sheperts,
Australien Cattle Dogs, Samoyede und Alt
Engliche Schäferhunde.
Sind congenitale portosystemische Shunts
erblich bedingt ?
Man geht davon aus, dass congenitale
(angeborene) portosystemische Shunts erblich
bedingt sind. Über den Erbgang ist aber noch
wenig bekannt. Wahrscheinlich ist eine
polygene Vererbung, dass heißt, dass mehrere
Genpaare betroffen sind. Die Vererbung ist
daher eine sehr komplizierte Sache.
Wie kann ein Shunt diagnostiziert werden?
Erste Hinweise kann ein Blutbild geben.
Hunde mit congenitalen Leber Shunts haben
normaler Weise erniedrigte Harnstoff und
Albumin Konzentrationen im Blut. Es können
leichte Anzeichen von Blutarmut vorhanden
sein ( Anämie ), oder die roten
Blutkörperchen können kleiner sein als
normal. Die Leberenzyme können leicht erhöht
sein (AST / ALT). Auch die Blutzuckerwerte
können erniedrigt sein.
Der Urin kann verdünnt oder infiziert sein
und Ammoniumbiurat-Kristalle enthalten.
Keine dieser veränderten Laborwerte sind
aber spezifisch für einen Leber Shunt.
Hier sollte man durch Messung der Ammoniak-
oder Gallensäuren-Konzentration im Blut die
Funktion der Leber untersuchen.
Ammoniak-Test ( NH3 )
Ammoniak ist eines der Giftstoffe, die bei
der Verstoffwechselung von Eiweiß (Protein)
entsteht. Normalerweise wird das mit dem
Blut zur Leber transportierte Ammoniak , in
der Leber zu unschädlichem Harnstoff
umgewandelt, der dann schlussendlich mit dem
Urin ausgeschieden wird. Freies Ammoniak ist
für den Körper sehr giftig, es schädigt
Gehirn und Nervenzellen.
Ein gut durchgeführter Ammoniak-Test ist
eine einfache und die sicherste Methode.
Für die Blutabnahme muss der Hund nüchtern
sein. Er darf mindestens 12 Stunden nichts
gefressen haben. Welpen dürfen auch nicht
bei der Mutterhündin trinken. Das Trinken
von Wasser ist aber gestattet.
Im Prinzip muss der Ammoniakwert unter 45
µmol/l liegen. In der Praxis wird weiter
untersucht, wenn der gefundene Ammoniakwert
60 µmol/l oder höher ist. Die Erfahrung hat
gezeigt, dass die übergroße Mehrheit von
Welpen mit Ammoniakwerten zwischen 45 und 60
µmol/l keinen Shunt haben. Darum ist die
Grenze bei 60 µmol/l gelegt. Aber es sind
mehrere Fälle bekannt von Cairn Terrier
Welpen mit Ammoniakwerten zwischen 50 und 60
µmol/l die einen Shunt hatten. Hat ein Welpe
einen Wert von 60 oder höher wird
standardmäßig weiter untersucht, bei Welpen
mit Werten zwischen 50 und 60 µmol/l wird in
einigen Fällen zur weiteren Untersuchung
geraten.
Für viele ist es schwierig zu begreifen,
dass ein Welpe mit einem Ammoniakwert von 57
µmol/l sehr wohl einen Shunt haben kann,
während ein Welpe mit einem Wert von 78
µmol/l möglicherweise keinen hat Man muss
sich hierbei realisieren, dass es bei diesem
Test um das Messen einer sehr geringen Menge
von Ammoniak im Blut geht. Nur ein Test, der
nach einer speziellen Methode, sehr
sorgfältig durchgeführt wird, ist
aussagekräftig.
In der Praxis bleibt, dass man bei
Ergebnissen zwischen 50 und 80 µmol/l von
einer “Grauzone” spricht. Entweder der Hund
hat einen Shunt und durch Zufall hat er bei
der Untersuchung keine sehr stark erhöhten
Ammoniakwerte, oder der Hund hat keinen
Shunt und durch Zufall hat er nur leicht
erhöhte Ammoniakwerte. Nur weiterführende
Untersuchungen können in diesem Bereich
Gewissheit schaffen.
Bei Irish Wolfhounds gelten höhere
Grenzwerte als die hier genannten.
Ammoniak-Toleranz-Test
Bei Hunden mit erhöhten Ammoniakwerten wird
ein Ammoniak-Toleranz-Test durchgeführt.
Dafür muss der Hund nüchtern sein. Es wird
zunächst etwas Blut abgenommen, und der
Ammoniak Wert bestimmt. Danach wird eine
kleine Menge Ammoniak-Lösung in den Enddarm
eingebracht Diese Menge wird bei gesunden
Hunden durch die Leber abgebaut. Nach 20 und
40 Minuten, wird jeweils noch mal eine
kleine Menge Blut abgenommen, um den
Ammoniak-Wert zu bestimmen. Bei gesunden
Tieren findet kein Anstieg der
Ammoniak-Konzentration statt, bei Tieren mit
einem portosystemischen Shunt findet ein
sehr deutlicher Anstieg statt ( meist über
150 µmol/l ). Es gibt keine Relation
zwischen der Höhe der Ammoniak-Konzentration
und der Größe des Shunts und der Schwere der
Symptome.
Auch beim Ammoniak-Toleranz-Test spricht man
von einer Grauzone : In manchen Fällen
findet eine geringe Erhöhung der
Ammoniak-Werte statt, die
höchstwahrscheinlich als normal angesehen
werden muss. Die Durchführung eines
Ammoniak-Toleranz-Tests ist eine Möglichkeit
um herauszufinden, ob in der Tat kein Shunt
vorhanden ist.
Der Ammoniak-Toleranz-Test ist weder für
einen erwachsenen Hund noch für einen Welpen
belastend.
Gallensäuren Test
Gallensäuren werden von der Leber produziert
und zwischen den Mahlzeiten in der
Gallenblase gespeichert Sie werden in den
Darm freigegesetzt, um Fette aufzuspalten
und aufzunehmen und dann resorbiert und
wieder gespeichert bis sie wieder benötigt
werden. Hunde mit Lebershunt haben erhöhte
Gallensäuren Werte im Blut, weil die Leber
keine Möglichkeit bekommt, diese Stoffe zu
entfernen und zu speichern, nachdem sie
resorbiert wurden.
Hunde mit einem Shunt werden nahezu immer
erhöhte Gallensäurenwerte 2 Stunden nach der
Nahrungsaufnahme haben und ca. 95 % haben
gewöhnlich erhöhte Gallensäurenwerte nach 12
stündigem Fasten. Die Blutprobe wird aus
verschiedenen Gründen zu beiden Zeiten
entnommen. (nüchtern - preprandial und nach
dem Füttern - postprandial ). Einige Hunde
setzten Gallensäuren mitten in der Nacht
frei, sie haben dann natürlich einen höheren
Wert als das bei Nüchtern Proben üblich ist.
Andere Hunde können nach dem Fressen Fett in
Ihrem Blut haben, welches den Test stören
kann. Wenn nur eine Blutprobe genommen
werden kann, dann ist es das Beste die Probe
zwei Stunden nach den Fressen zu nehmen.
Gallensäuren können bei allen
Lebererkrankungen erhöht sein. Die meisten
Hunde mit Lebershunt haben nach der
Fütterung Werte von über 100 µmol/l (normal
<15-20 µmol/l).
Anstelle der Fütterung als Stimulation, kann
dem Hund auch ein Medikament Namens Takus
injiziert werde. Nach 20 min. wird dann der
Postprandialwert bestimmt. Hier liegen die
Vorteile darin, dass es schneller geht, und
die fütterungsabhängigen Ungenauigkeiten
wegfallen.
Ein Lebershunt kann nicht alleine über diese
Blutwerte diagnostiziert werden. Es sind
weitere Untersuchungen nötig um Gewissheit
zu bekommen.
Ultraschall
Die Diagnose eines Shunts mit Ultraschall
erfordert sehr viel Erfahrung und unter
Umständen auch spezielle Geräte (Dopple).
Diese Methode ist stark abhängig vom
durchführenden Tierarzt. Der Vorteil liegt
darin, dass es eine nicht invasive Methode
ist und für gewöhnlich keine Anästesie
erfordert Wird bei der
Ultraschalluntersuchung kein Shunt gefunden,
so kann man nicht sicher ausschließen, dass
der Hund trotzdem einen Shunt hat.
Szintigraphie
Eine Szintigraphie ist eine
nuklearmedizinische Bildgebende
Untersuchung, die den Blutfluss misst. Um zu
beurteilen, ob ein Hund einen Shunt hat,
wird nach mehreren Einläufen, ein
radioaktives Material in den Darm
eingebracht und mit einer speziellen Kamera
untersucht, die an einem Computer hängt. Der
Computer misst die Menge des radioaktiven
Blutes im Herzen und in der Leber und
vergleicht diese Beiden. Normale Tiere haben
eine Shunt Fraktion ( Menge des Blutes im
Herzen minus der Menge des Blutes in der
Leber ) von weniger als 15 %. Mit anderen
Worten, wenigstens 85% des radioaktiven
Materials gelangen in die Leber. Hunde mit
einem Shunt haben gewöhnlich Shunt
Fraktionen über 60%, da das meiste Blut an
der Leber vorbei fließt und direkt zum
Herzen geht. Szintigraphie ist sicher und
schnell, aber es erfordert starke Sedation
oder Narkose. Die Tiere müssen danach
wenigstens eine Nacht stationär beobachtet
werden, bis die radioaktive Substanz über
Stuhlgang und Urin vollständig ausgeschieden
ist. Die Szintigraphie sagt uns, dass ein
Shunt vorhanden ist, aber in den meisten
Fällen kann der Veterinär nicht sagen ob der
Shunt innerhalb oder außerhalb der Leber
ist, noch ob es mehr als ein Shunt ist, noch
ob der Shunt angeboren oder erworben ist.
Portogram
Ein Portogram ist eine Röntgenuntersuchung
der Blutgefäße zur Leber. Da Blutgefäße auf
normalen Röntgenbildern nicht leicht zu
sehen sind, muss ein Kontrastmittel in ein
Blutgefäß im Bauchraum gespritzt werden.
Dazu wird ein kleiner Bauchschnitt gemacht
und in eine Darmvene wird ein Katheder
eingebracht, durch den dann das
Kontrastmittel injiziert wird. Das
Kontrastmittel kann auch direkt durch die
Haut in die Milz injiziert werden. Ein
Portogram erfordert eine Narkose und ist
invasiver als eine Szintigraphie. Für
gewöhnlich ist es sehr sicher. Ein Portogram
liefert ein Bild von dem Shunt, so dass der
Tierarzt sehen kann, wo genau sich der Shunt
befindet und ob es mehr als einer ist.
Kann ein Shunt mit Hilfe einer
Leberbiopsie diagnostiziert werden ?
Bei einer Leberbiopsie wird etwas
Lebergewebe entnommen, welches dann im Labor
untersucht wird. Bei Tieren mit einem Shunt
ist die Leber kleiner als normal, da sie
durch die geringe Durchblutung atrophiert.
Auf einer Leberbiopsie erscheinen die Gefäße
geschrumpft. Einige Gefäße sind sehr klein
während andere sich vervielfältigen bei dem
Versuch die Blutzufuhr zu verbessern. Diese
Veränderungen nennt man Hepatische
Microvaskuläre Dysplasie. Microvaskuläre
Dysplasie ( MVD oder HMD ) kann auch bei
Hunden ohne Lebershunt auftreten. Es sind
weitere Tests notwendig um herauszufinden,
ob auch ein Shunt vorhanden ist.
Behandlung:
Hunde mit Shunts werden in der Regel mit
spezieller Diät und Medikamenten
stabilisiert, um die Menge an Toxinen, die
im Magen-Darm-Trakt produziert und
aufgenommen werden, zu reduzieren. Hunde die
besonders krank sind, benötigen vielleicht
auch Infusionen, um den Flüssigkeitshaushalt
zu stabilisieren, bei zu niedrigem
Blutzucker Infusionen mit Glucose.Einläufe
können helfen Darmtoxine zu entfernen, bevor
sie aufgenommen werden, und Medikamente wie
Valium können nötig sein, um Anfälle zu
verhindern.
Diät: Da viele Toxine die im Darm
produziert werden, vom Protein herrühren,
ist es wichtig bei der Diät den
Proteingehalt zu reduzieren. Normale Futter
für Erwachsene und Welpen haben oft einen
Proteingehalt zwischen 25 und 29%, und
enthalten oft auch tierische
Nebenerzeugnisse. Hunde mit einem Shunt
brauchen qualitativ sehr hochwertiges
Protein aus Milch und Pflanzen. Der
Proteingehalt sollte auf 18% oder niedriger
( bezogen auf die Trockensubstanz
)beschränkt sein. Die Diät soll leicht
verdaulich, reich an natürlichen
Antioxidanzien und niedrig in den Kupfer-
und Eisenwerten sein
Lactulose: Viele Toxine, die im Darm
aufgenommen werden, werden von normalen
Darmbakterien produziert. Lactulose
verändert den PH-Wert im Darm, und
vermindert so die Aufnahme von Ammoniak und
anderen Toxinen und schafft eine ungünstige
Umgebung für die toxinproduzierenden
Bakterien.Es wirkt auch abführend, so dass
durch die schnellere Ausscheidung weniger
Toxine aufgenommen werden können. Im Grunde
ist Laktulose eine Zuckerlösung (
Milchzucker). Die Hauptnebenwirkung ist
Durchfall. Die Dosis muß daher so angepasst
werden, dass der Kot des Hundes weich, aber
geformt ist.
Antibiotika: Wenn die klinischen Symptome
nicht alleine mit Diät und Lactulose
kontrollierbar sind, werden Tierärzte oft
Antibiotika verschreiben, um die Anzahl der
toxinproduzierenden Bakterien im Darmtrakt
zu reduzieren. Antibiotika sind ebenfalls
notwendig, wenn der Hund eine
Blasenentzündung hat.
Können Hunde mit Shunts ausschließlich
mit Medikamenten behandelt werden ?
Eine medikamentöse Therapie kann einen
Lebershunt nicht heilen. Sie hilft die
klinischen Symptome zu kontrollieren. Bei
den meisten Hunden verbessert sich der
Zustand mit passender Diät und Medikamenten
sofort, und ungefähr ein Drittel der Hunde,
die so behandelt werden können damit auch
realtiv lange leben. Unglücklicher Weise
wird aber die Hälfte der Hunde die nur
medikamentös behandelt werden, für
gewöhnlich innerhalb von 10 Monaten nach der
Diagnose eingeschläfert, aufgrund von
unkontrollierbaren neurologischen Syptomen,
wie Anfälle, Verhaltensveränderungen, und
fortschreitender Leberschädigung. Hunde
denen es unter der Langzeitbehandlung
realtiv gut geht sind gewöhnlich älter, wenn
sie diagnostiziert werden, haben ein
normaleres Blutbild und haben weniger
schwere klinische Symptome.
Eine Operation bietet den meisten Hunden die
einzige Chance auf ein langes und gesundes
Leben.
Operation
Im Prinzip wird ein portosystemischer Shunt
behandelt, indem man ihn operativ
verschließt. Die Operation erfordert
Spezialisten mit viel Erfahrung. Bei den
meisten Hunden ist es nicht möglich den
Shunt sofort komplett zu verschließen, da
die Leber oft unterentwickelt ist, und auch
die Blugefäße innerhalb der Leber oft nur
wenig entwickelt sind, und sich nicht so
schnell öffnen. Bei einem kleinen
Prozentsatz von Hunden ist die Pfortader
schlecht ausgebildet und in seltenen Fällen
fehlt sie ganz.
Die am häufigsten angewendete Methode zum
Verschluss des Shuntgefäßes ist die Ligatur.
Der Shunt wird mit Nahtmaterial nicht ganz,
aber soweit wie möglich geschlossen. Das
Shunt Gefäß zuviel zu verschließen kann zu
portalem Hochdruck führen, zu viel Auflassen
bringt einen unzureichenden Effekt. Ist die
OP aufgrund der Gegebenheiten nicht
ausreichend erfolgreich gewesen, kann man
ca. 2-3 Monate später, wenn sich die Leber
entwickelt und an den Blutfluß gewöhnt hat
erneut operieren.
Eine weitere Methode ist, um das Shunt Gefäß
einen “Ameroid Constictor Ring” zu legen.
Ein “Ameroid Constrictor” ist ein Metallband
mit einem inneren Ring aus getrocknetem
Casein, einem Milcheiweiß. Im Körper nimmt
der innere Ring, normale Flüssigkeit auf und
schwillt dadurch an, und verschließt auf
diese Weise das Shuntgefäß. Zusätzlich wird
durch den Ring eine Entzündung bewirkt, die
ebenfalls den Verschluss des Gefäßes
unterstützt. Die Zeitspanne innerhalb der
das Gefäß durch den Ameroid Constrictor Ring
verschlossen wird, schwankt zwischen wenigen
Tagen und drei bis vier Wochen. Der
Metallring bleibt auf Röngenaufnahmen und
ähnlichem immer sichtbar.
Intrahepatische Shunts sind schwieriger zu
finden und zu schließen, als extrahepatische
Shunts.
Die Shunt OP erfordert in der Regel einen
stationären Klinikaufenthalt von ca. 4
Tagen. Nach der OP wird der Hund
intensivmedizinisch überwacht.
Die Kosten für eine Operation liegen bei
ca.1000 € - 1500 €
Komplikationen:
Es bestehen die gängigen Risiken die eine
große Operation durch Narkose etc. mit sich
bringt.
Eine der häufigsten Komplikationen ist das
Entstehen eines portalen Hochdrucks. Dies
geschieht, wenn sich die Leber dem
ansteigenden Blutfluß nicht anpassen kann.
Der Druck innerhalb der portalen Blutgefäße
erhöht sich dann. In manchen Fällen kann
dies zum Tode des Tieres führen. Es gibt
verschiedene Faktoren, die diesen portalen
Hochdruck verursachen können.
Ein geringer Prozentsatz der Hunde kann nach
der Operation Anfälle bekommen. Diese
Anfälle treten gewöhnlich innerhalb der
ersten drei Tage nach der OP auf. Die
Ursache ist noch unbekannt, und man kann
auch nicht vorhersagen bei welchen Hunden es
auftritt.
Bei Hunden mit intrahepatischen Shunts sind
Komplikationen häufiger.
Nach der Operation:
Die Überlebensrate der Operation liegt bei
über 90%.
Die Langzeit-Erfolgsrate liegt bei ungefähr
85%. Ca. 15% der Hunde haben auch weiterhin
Probleme, möglicherweise, weil die kleinen
Blutgefäße innerhalb der Leber auch abnormal
sind. Diese Hunde entwicken für gewöhnlich
“multiple erworbene Shunts” und müssen
lebenslang mit proteinarmer Diät und
Lactulose behandelt werden.
In den meisten Fällen wird die erste Zeit
nach der Operation die proteinarme Diät
fortgeführt. Unter Umständen wird der
Tierarzt aber auch eine individuelle Diät
verschreiben. Mit dem Verschließen des
Shunts wird auch die Leber anfangen zu
wachsen und oft innerhalb von 2-4 Monaten
ihre normale Größe erreicht haben. 4-12
Wochen nach der OP ist eine Nachuntersuchung
notwendig um zu sehen ob der Shunt komplett
geschlossen ist.
Ernährung für Hunde mit PSS
Eine spezielle Diät ist für Hunde mit
Lebershunt absolut notwendig. Die Diät soll
folgendes erzielen: Die Produktion von
Toxinen (Giftstoffen) muss reduziert werden
und die Aufnahme von Toxinen aus dem Darm
soll verringert werden, gleichzeitig muss
sie den Hund ausreichend mit Energie und
Nährstoffen versorgen.
Viele Toxine die im Darm produziert werden
sind eine Folge des Proteins. Bei der
Aufspaltung von Protein entsteht z.B.. als
Nebenprodukt Ammoniak. Daher muss die Diät
einen wesentlich geringeren Proteinanteil
enthalten als im Futter für einen gesunden
Hund. Der Hund braucht aber gleichzeitig
auch Protein. Für einen Hund mit PSS ist es
deshalb wichtig, dass das Protein qualitativ
hochwertig und hoch verdaulich ist. Am
besten geeignet sind Milch- und
Pflanzenproteine. Der Proteingehalt sollte
auf 18 % i.d.Tr. begrenzt sein.
Der Handel stellt einige geeignete
Fertigprodukte zur Verfügung die über den
Tierarzt zu beziehen sind. Royal Canin
Hepatic und Renal und Hills L/D und K/D. Die
Sorten gibt es jeweils als Trockenfutter und
als Dosenfutter.
Generell gilt den Hund mehrmals täglich in
kleinen Portionen zu füttern.
Viele Hunde mit PSS sind aber sehr mäkelige
und schlechte Fresser. Oft muss man das
Futter deshalb auch selber zusammenstellen,
damit man den Hund überhaupt dazu bekommt
etwas zu sich zu nehmen.
Gut geeignet sind Nudeln, Kartoffeln,
Weizen, Reis und ähnliches. Gemüse wie
Möhren, Pastinaken etc., geringe Mengen
Obst. Der Proteinanteil sollte zu einem sehr
hohen Anteil aus Milchprotein gedeckt
werden, wie Hüttenkäse, Quark und Joghurt.
In geringen Mengen hartgekochte Eier, und
wenig mageres hochwertiges Fleisch oder
nicht fettiger Fisch.
Manchmal hilft es auch aus, das Fertigfutter
etwas zu ergänzen, zum Beispiel mit einem
Löffel Hüttenkäse, Gemüse oder mit selbst
gekochter Fleischbrühe.
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