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Man muss sie nicht sehen, die Würmer im
Kot. Wenn nur der Verdacht besteht, der Hund
könnte Würmern haben, ist der
Tierarzt-Besuch angesagt.
Können wurmförmige Gebilde auf dem Kot
entdeckt werden, ist ein Bandwurmbefall
möglich. Aber auch der kleine Fuchsbandwurm
lässt sich nicht auf den ersten Blick
feststellen. Dazu sind mikroskopische Tests
von Kotproben notwendig.
Normalerweise genügt eine Walnussgrosse
Kotprobe für die Untersuchungen.
Empfehlenswert ist es auch, Bandwurmglieder,
welche im Kot gefunden wurden, separat in
ein kleines Gefäß mit Wasser zu legen und
zum Test mitzugeben. Das erleichtert den
Befund.
Der Befall mit dem durchaus gefährlichen
Fuchsbandwurm kann nicht nur wegen der
Ausscheidung von Eiern festgestellt werden,
weil diese mit Eiern von anderen, für den
Menschen harmlosen Bandwürmern identisch
sind. Werden derartige Eier gefunden, muss
ein zweiter Test mit dem Kot durchgeführt
werden. Der aber wird nur von wenigen Labors
angeboten und ist entsprechend teuer.
Kann eine Ansteckung von Hunden mit
Würmern verhindert werden?
Nur zum Teil, denn ein Hund mit Auslauf
wird sich immer einem Ansteckungsrisiko
aussetzen. Jagt ein Hund Mäuse, so muss mit
Bandwurmbefall gerechnet werden. Aber selbst
Hunde, die nur über industriell hergestellte
Nahrung oder gekochtes Fleisch ernährt
werden, können sich über andere Wege
anstecken.
Die Pharmaindustrie warf in den letzten
Jahren eine Menge von mehr oder weniger
wirksame und auf Altersstufen abgestimmte
Arzneimittel gegen Würmer auf den Markt.
Welpen müssen häufig entwurmt werden, dafür
aber abgestimmt schonend, weil eine
Entwurmung immer den Körper "schlaucht". Bei
erwachsenen Hunden "genügt" im Normalfall
eine halbjährliche Entwurmungskur.
Die bei Hunden vorkommenden Würmer sind in
zwei große Gruppen einzuteilen: Faden-
(Nematoden) und Bandwürmer (Zestoden).
Fadenwürmer, Spulwürmer (Ascariden) kommen
am häufigsten vor. Sie sind spagettiförmig,
je nach Wurmgeschlecht und
Entwicklungsstadium von wenigen bis zu zehn
Zentimeter lang.
Der Hund infiziert sich mit diesem Parasit
entweder durch Aufnehmen von Wurmlarven, die
sich innerhalb weniger Tage aus Wurmeiern im
Hundekot eines verwurmten Hundes entwickeln,
durch Mäuse-Fressen oder durch die
vorgeburtliche (pränatale) Infektion -
häufigster Infektionsweg: so genannt
"inaktive" Spulwurmlarven können über lange
Zeit (manchmal mehr als ein Jahr) in der
Muskulatur einer Hündin ablagern.
Bei einer trächtigen Hündin können diese
Spulwurmlarven durch Hormone aktiviert
werden und wandern in die Leber und Lungen
der Föten. Beim frisch geborenen Welpen
entwickeln sich die Larven weiter, werden
hoch gehustet und abgeschluckt, wo sie sich
im Darm zu ausgereiften Spulwürmern
entwickeln.
Häufig ist auch eine galaktogene Infektion.
Larven, die im Milchdrüsengewebe des
Muttertieres liegen und in der Säugephase
durch Hormone aktiviert werden, gelangen mit
der Muttermilch in die Hundewelpen.
Einmal aufgenommene Spulwurmlarven aus
Hundekot, Mäusen und Muttermilch bleiben
aber nicht im Darm, sie wandern durch den
Körper. Dabei dringen die Larven durch die
Darmwand und gelangen meist bei der
Erstinfektion von Welpen, die noch keine
Immunität aufbauen konnten, über Lymph- und
Blutadern über die Leber zur Lunge und - oft
bei erwachsenen Hunden - erneut über den
Blutweg in den Körperkreislauf des
Wirtstieres.
Einen Monat lang wandern die Würmer durch
den Wirtskörper. Eine Entwurmung kann nur
ausgewachsene Würmer töten, aber keine
Larven. Daher reicht die einmalige
Behandlung gegen Spulwürmer nicht.
Mögliche Folgen einer nicht rechtzeitigen
Entwurmung bei Welpen: struppiges Fell,
Husten, Erbrechen nach dem Füttern,
aufgetriebener Bauch, schleimig- weicher Kot
bis Durchfall oder Verstopfung durch
regelrechte Spulwurmknäuel.
Hochgradiger Wurmbefall können - durch das
Saugen von Blut an den Blutgefässen im
Darmbereich - Blutarmut mit Apathie,
Futterverweigerung, Abmagerung sowie Schock
und Tod hervorrufen.
Der erwachsene Hund, der als Welpe
erstinfiziert wurde und dadurch sein
Immunsystem aktiviert hat, bleibt meist frei
von Befall. Dies aber erhöht die Gefahr
einer weiteren Verbreitung durch die
Ausscheidung der Wurmeiern.
Der Spulwurmbefall ist eine Zoonose, also
eine auch auf den Menschen übertragbare
Erkrankung. Die Larven können beim Menschen
- unter anderem - zu Veränderungen des
Blutbildes (Eosinophilie), zu Leber-,
Lungen- und Gehirnschäden führen.
Die zu den Fadenwürmern zählenden
Peitschenwürmer haben ein fadenförmiges
Vorder- und ein verdicktes Hinterende, die
eine Gesamtlänge des Wurmes von etwa sieben
Zentimeter ergeben.
Die auch bei Füchsen anzutreffenden Würmer
verbreiten sich durch Eier mit dem Kot des
Wirtstieres. Daher findet auch eine
Infektion über die Aufnahme dieser Larven
über den Mund statt.
Eine Untersuchung auf solche Darmeier ist
deshalb nicht gleichbedeutend mit
"wurmfrei", nur weil sich keine Eier finden
lassen. Möglicherweise wurden nur gerade
keine Eier ausgeschieden. Ein leichter
Befall kann folgenfrei bleiben, ein massiver
jedoch zieht vielleicht Blutarmut,
Abmagerung, Kräfteverfall und eine
Entwicklungsverzögerung beim Welpen nach
sich.
Hakenwürmer sind gut ein Zentimeter lang
und dünn. Die ausgewachsenen Würmer
produzieren Eier, die über den Kot
ausgeschieden werden. Gerade bei
Zwingerhaltung können sich die Eier
außerhalb des Hundes zu infektiösen Larven
entwickeln und über die Haut wieder in den
Hund gelangen.
Ein weiterer Infektionsweg ist die Aufnahme
solcher Larven über die Nase durch Belecken
des Bodens oder des Fells, dem diese Larven
anhaften. Möglich ist auch eine Übertragung
auf den Welpen über die Muttermilch, wenn
nach einer Infektion die Larven gewandert
sind.
Für Welpen kann ein Befall von Hakenwürmern
zu großem Blutverlust führen. Reaktionen
sind: struppiges Fell, Abmagerung,
Dünndarmentzündung mit eventuell blutigem
Durchfall, Eisenmangel, Blutarmut oder gar
Schock und Tod.
Eine zweimalige Entwurmung mit dem
angemessenen Hakenwurmmittel reicht normal
aus.
Bandwürmer
Der häufigste Wurm wird 20 Zentimeter
bis zu einem halben Meter lang und besteht
aus einer Kette mit gurkenkernähnlichen
Gliedern, die mit dem Kot ausgeschieden
werden. Dort werden ganze Eipakete abgesetzt
und von Insekten wie Flöhen aufgenommen.
Die Insekten dienen den Würmern als
Zwischenwirte. Bei Flohbefall entsteht durch
das Saugen der Flöhe ein intensiver Juckreiz
an den betroffenen Hautstellen des Hundes.
Dabei beisst der Hund auf die Flöhe.
Bandwurmbefall beim Hund kann sich durch
Juckreiz am After durch auswandernde
Bandwurmglieder zeigen, dabei kann es zum
"Schlittenfahren" kommen, um die Würmer
abzuschütteln. Verdauungsstörungen,
Abmagerung und glanzloses Fell können
folgen.
Durch Flohmittel kann der Befall vermieden
werden. Bei Infektion hilft ein
Bandwurmmittel.
Der für den Menschen gefährlichste Bandwurm
ist der Fuchsbandwurm, der außer den Hund
besonders Fuchs und Katze befällt. Der Wurm
ist der kleinste mit wenigen Millimetern
Länge. Der wichtigste Endwirt dieses Wurmes
ist der Rotfuchs, die wichtigsten
Zwischenwirte sind Mäuse.
Infektiöse Larven werden bei der
Nahrungsaufnahme von Zwischenwirten wie
Mäusen, auch anderen Nagern, aufgenommen, wo
sie aus dem Darm wandern und über die
Blutlaufbahn in die Leber gelangen. Dort
wachsen sie zu tumorähnlichen Gebilden
heran, in denen unzählige Bandwurmgebilde
entstehen. Bei der Aufnahme von Mäusen durch
den Endwirt werden sie nach der Verdauung
frei. Dann entwickeln sich innerhalb von
über einem Monat neue Fuchsbandwürmer.
Selbst starker Fuchsbandwurmbefall
beeinträchtigt den Hund für gewöhnlich
nicht. Einmal mit einem Fuchsbandwurmmittel
behandelt, tötet es zwar die Würmer ab, aber
nicht die in ihnen enthaltenen Eier.
Hundezeitung.de 04/2003
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